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Neujahresempfang der Humboldt-Universität zu Berlin

Lesung und Performance zum Neujahrsempfang der Präsidentin der Humboldt-Universität zu Berlin.

Mit
Hannah Blank
Claudia Burckhardt
Alex Gerner
Marvin Münstermann
Cristoph Schneider
Sonnhild Trujillo 
Leopold von Verschuer 

Szenische Einrichtung
Frank Raddatz

Di.

11.02.2020

18:00 Uhr

Senatssaal

Unter den Linden 6, 10117 Berlin-Mitte, Humboldt-Universität zu Berlin

Veranstaltungsreihe

Mit dem neuen Erdzeitalter des Anthropozäns beginnen sich die ökologischen Parameter zu verschieben. Nichts von dem, was in Bezug auf das Klima, die Fauna und Flora selbstverständlich schien, ist es heute mehr. Diese Veränderung der Rahmenbedingungen macht den Wald zum tragischen Protagonisten der Stunde. Der weltweite Klimawandel betrifft alle noch so unterschiedlichen Wälder der Erde und zieht sie zu einem globalen Katastrophenszenario zusammen. Immer wieder berichten die täglichen Nachrichten von verheerenden Bränden, ein Feuerring in Afrika, wird von Brandmeldungen im Amazonasgebiet abgelöst, auf den gewaltigen Buschfeuer in Australien folgen. 

Die szenische Lesung REQUIEM FÜR EINEN WALD wendet sich der Kulturgeschichte zwischen Menschen und Wäldern zu. Schon der älteste erhaltene Text der Weltliteratur, das Gilgamesch-Epos der Sumerer erzählt von einem erbitterten Kampf zwischen Wald und Mensch. Die nordische Edda weiß, dass wenn Yggdrasil der Weltenbaum zu Grunde geht, auch das Menschengeschlecht seinem Ende entgegensieht. In Heiner Müllers Hydra kämpft der Jäger gegen einen Wald, der zugleich ein Untier ist. In allen diesen Entwürfen ist der Wald niemals nur Objekt, sondern immer auch Akteur. Der frühe amerikanische Naturschützer John Muir hatte eine Antenne für die Individualität der Baumarten, in dem 2019 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten „Baum“-Roman „Die Wurzeln des Lebens“ von Richard Powers spricht eine Wissenschaftlerin mit einem Mammutbaum und dankt ihm. Im Traumwald erfrieren die Tiere, wenn wir nicht mehr die Kraft aufbringen, in ein lebendiges Verhältnis zum Wald und seinen Bewohnern zu treten. Auch andere Kulturkreise wissen, dass man nur das verteidigen und lieben kann, was man kennt und erklären den Baum zum Sehnsuchtsort. 

Zum Profil des Theaters des Anthropozän gehört es, sich sowohl mit poetischen Sequenzen wie mit wissenschaftlichen Betrachtungsweisen den ökologischen Themen und Motiven anzunähern. Daher stehen neben renommierten Schauspielern auch Vertreter und Praktiker der Forschungsinstitute auf der Bühne. Während Antje Boetius, die Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts, Trägerin des Deutschen Umweltpreises 2018, den Wald, seine Bildung und Funktion aus erdgeschichtlicher Sicht erläutert, spricht Katrin Möller vomLandeskompetenzzentrum Forst Eberswalde über die aktuelle Gefahrenlage der Wälder. Der Abend begibt sich erdgeschichtlich wie literarisch, vertikal wie horizontal auf eine Reise, um eine verwandelte Sicht auf den Wald als lokalen wie globalen Akteur freizusetzen und damit das Verhältnis zwischen Mensch und Umwelt neu zu begründen

Im Anschluss an die Veranstaltung findet ein Publikumsgespräch statt.

Schauspieler
David Bennent
Claudia Burckhardt
Meiting Shi
Leopold von Verschuer

Bühne
Mark Lammert

Szenische Einrichtung
Frank Raddatz

Mit Gästen aus Wissenschaft und Forstwesen
Prof. Dr. Antje Boetius 
Dr. Katrin Möller 
Dr. Johann P. Klages 

Sa.

07.03.2020

20:00 Uhr

Tieranatomisches Theater

Philippstraße 13, 10115 Berlin-Mitte, Humboldt-Universität zu Berlin

Sa.

18.04.2020

20:00 Uhr

Tieranatomisches Theater

Philippstraße 13, 10115 Berlin-Mitte, Humboldt-Universität zu Berlin

Sa.

06.06.2020

20:00 Uhr

Tieranatomisches Theater

Philippstraße 13, 10115 Berlin-Mitte, Humboldt-Universität zu Berlin

Fr.

09.10.2020

20:00 Uhr

Tieranatomisches Theater

Philippstraße 13, 10115 Berlin-Mitte, Humboldt-Universität zu Berlin

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